Poesie Slam

Ground Zero

Sie sind entschlossen das Grauen zu demaskieren
Schlächter des Stundenglases
ihre Abart zu kündigen der häßlichsten Fratze während Menschengedenken
des Todes Umarmung zu verrichten gegen alle Unschuld
verteilt auf die Menschheit die düstere Prophezeihung
dass Haß ein Mittel zur Verteidigung ist gegen das gebotene Wort:
du sollst nicht töten, das allen Kulturen Werte verschafft
aber sie bezichtigen den Vogel als Märtyrer
der huckepack ihren blanken Haß transportiert
der Himmel reißt ihre Litaneien nicht ein
stattdessen ihr Geplärr schreit zum jenseitigen Himmel
ihre Gebete sind zu schlüpfrigen Schlangen mutiert
ihr Vorhaben ist beschlossene Sache
sie wollen das Sterben denjenigen überlassen, die Gott fühlen
erklären das Gebinde des eigenen Fleisches für unnütz
gebissen von Todesentzücken verherrlicht einer den Schmerz
hackt Augen aus
damit sie, die besessenen Herzens sind,
den Tod vor Augen nicht sehen.
Sie fällten das Gras ihrer Heimat mit stumpfer Klinge
hieben mit Knüppeln die empfindlichen Ähren entzwei
damit kein Strohhalm unversehrt bliebe
banden sie ihm das Feuer an die nackten Fesseln und flohen
sie haben ihr Gewissen in den Wüstenstaub gekehrt
ihre Nachkömmlinge werden anderslautend geboren
ihre spätere Größe hängt von Elexieren injizierter Gifte ab
einem Mixtum hochexplosiver, religiöser Substanzen
gegen alles Verträgliche der kindlichen Evolution
sie machen Dornen zu Nägeln mit Köpfen
und schlagen sie gegenseitig in ihre Gehirne ein
das Blut spritzt in eine bereitgestellte Auffangschale
das Häuten von Menschen gehört mit zum Kalkül
wie der Genickschuß zum Ausprobieren von Waffen
das Lernziel ist es Schwangeren Köpfe abhaun
erst dass das Faß unschuldigen Blutes zum Überlaufen gebracht ist
erhebt sich die Meute zum eigentlichen Finale
die Welt verschließen mit stählernen Prangern
Kainsmal gegen jede humanitäre Zivilisation
die noch anders denken werden mit Seilen über Abgründe gespannt
zu befestigen die berstenden Felsen
die noch Hoffnung haben werden an Höhlenwände gemeißelt
Höhlen, welche die Pragmatiker im Vernichten von Zivilisationen
ihrer Vorvorfahren schon seit geraumer Zeit bewohnen.
Die wenigen Schmetterlinge noch
strafen die Blume mit Zorn
der Himmel nimmt sein Gewölk unter den Arm und verschwindet
es ist Zeit den Dornbusch zu jäten
das Unkraut am Wege halten Libellen in Schach
aber der die Wege geht, hat den nächsten Tag schon hinter sich gelassen
die Zukunft ist ein düsteres Wagnis
dem nur der Vogel entkommen wird
auf den sich die wirklich wenigen retten
auf seinen Schwingen halten sie Ausschau nach der Liebe
sie ist überall, aber nicht die Erde fühlt sie
die Achsen der Kontinente sind vom vielen wandeln heiß gelaufen
über das Meer hat sich die Schwindsucht ausgebreitet
in meiner Kammer ist das Licht unter dem Fenster erloschen
hält niemand diesen Wind aus drehenden Himmelsrichtungen in Zaum
der so viele Tode brachte allein wegen des Lebens ?
CS

Autorenhomepage Christian Sander/www.lesezeichen100.de/copyright 2009
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