Lesereise Lyrik

Sprachschatz

Still keimen im friedlichen Wort
apfelrote Früchte des Wunderbaum`s Leben.
Sprache
worin bezauberndes Lächeln eingebettet liegt:
leidenschaftlich der Liebe Glut
aus eines randvoll Sympathien pulsierenden Herzens
sich ergießt,
wärmt sie
und besänftigt sie
aller irdischen Vergänglichkeit Leiden.
CS
Keinmal will mir vergessen sein
Wie alles, wie der parallele, blasse Schein
von Morgenmonden, von der Sonne Scheinen abgewendet,
aus Nächten wie ein Abdruck hingesendet,
will Zwielicht uns am blauen Firmament erscheinen;
wie Erinnerung, die aufzuheben wert ist
von unserer Gegenwart nur parallelhaft fernzubleiben,
wird doch die Zukunft unter gleichen Zeichen weichen,
uns schmerzhaft die Illusion von Zukunftsreichem nehmen,
da wir Vergangenheit nur gern bereit sind fortzugeben
an eine Hoffnung nur das Werterhalt`ne zu verteilen
an ein künftig wertzuerhaltendes Bestreben -
vergessen wir nicht, dass auch Tage ohne Sonne scheinen,
Nächte ohne Stern und Monde leben ?
CS

Wohin eine weiteste Reise..wohin ?
im fremdvölkischen Kreise
im Zenit undurchsichtigen Zeitseins
im Verschwundenen das Leben durchlebt
ist wieder die schwärzeste Spinne
dein fleißiger Radnetzerbauer.
in diesem Lichthof der tragischen Öllampe
und des skurilen Wachseins - Nachts
hinterlauernd die traumbefangene Beute
wird denn immer jeder beliebige Gedanke
zum todbringenden Fallenaufsteller im Licht
dass das lebhafte flügelige Insekt heranlockt -
für immer und immer identisch mit u n s sein ?
war da nicht ein Schwarm jauchzende Sternefunken
Geliebte, die unendliche Begegnung ist
durch mein Tag und Nacht offenes Fenster
damals, als Kind, du batest mich herein
und das die Welt nebenher entstünde.
die Tatendurstigen werden krepiert
langfristig in die gesponnene Falle getreten
ein Fortkommen ist nur mit Expressschein möglich
aber ein Paket ist kein Reiseziel
alle Beschriftungen trotzdem von eigener Hand vorgenommen
keine Garantie nicht im Abfall zu landen
macht uns der Inhalt nicht eigentlich nachdenklich ?
die uns beim Wort nehmen
sind nur bescheidene Verteidiger des Rechts
Aufwiegler der besonnenen Beute
und alles Getier ein zielsicherer Wegweis.
ein Nachahmen von Vögeln hat weitestreichende Konsequenzen
ganz kirre von dem Tumult aufsässiger Scherpas
sehen Teilnehmer der Urwald Expeditionen diesmal von einer
Extraktion entzündeter Reißzähne ab
Blut fließe mancherorts zu häufig in Strömen
daran ändere, wenn überhaupt, der Kieferschmerz etwas
und nimmer die Seßhaften werden die Leidtragenden sein.
sie raffen wieder allen Mut zusammen
die abermals Geschundenen, die seit der Antike
nichts hinzugelernt haben
sie haben ihr Gewissen auf Speerspitzen der Nachwelt erhalten
und tun nun so, als stünde der Tod heute besser da denn je
aber sie überschätzen die Ozeane, wenn sie glauben, indem ihr
Fischstäbchen esset, wird euch der Hunger vergeben werden
denn was aus der Vergangenheit auf der Erde verweilt
ist schließlich nichts weiter als der Mensch
und noch Gelegenheit, noch Zeit den Krieg zu zeugen, zu gebären
wie ein Kind, wird ihm in Zukunft genommen werden.
die giftige Schlange wird symbolisch gemehrteilt
unter den Opfertischen das geronnene Blut
gemehrteilt die lebendige, aufsaugende Erde
aber die schwarze Kruste des Blutes will sie nicht vertilgen
der Tod stellt die letzte beseitigende Instanz
der Richter fällt sein Urteil nicht vor Sonnenuntergang
das Reich von dieser Welt ist also weder an den Tag
gebunden noch an die Nacht
sondern liegt dazwischen.
o ihr anderen Seelen, verblichene Geheimnisträger
die ihr auf dem Rücken ungesattelter Pferde
in das stockfinstere Universum hinausgaloppiert
ihr, die ihr von Champagnierschaum und Oasen unseres
meerblauen Planeten einbalsamiert
den Zyklus der Evolution von neuem beginnen wollt
sehet die Gewöhnlichen, wie sie ihr Leben drunten verdingen
und die Spreu vom Weizen zu trennen suchen
tagein, tagaus in ihren kargen, unfruchtbaren Gärten
spätestens im Sterben werden sie aufhören
euer Andenken angemessen zu verehren.
die Gräber der Menschheit liegen wie jeher brach
von Blutpinseleien besudelt einzeln der Stein
der als geschliffenes Gedenkmonument mit Rüschen
und Blumengebinde der heroischen Bedeutung des Mahnmals
gerecht wird:
der Tod ist das kleinere Übel angesichts der Lebenden.
CS


Herbst (zeitlosigkeit)
Der letzte Vogel hat sich noch nicht entschieden die Heimreise anzutreten. In den Falten des Wassers raunt die Kälte ein
zitterndes Lied und spült die zerfrierenden Melodien sommernder Sonne an die brachliegenden Ufer. Die Steine dort
besitzen die Weisheit, wenigstens auf Zeit, wenigstens den kommenden Winter zu überdauern. Und während die Rehe
noch, indem siespringen, der naßkalten Erde trotzen, legt sich der Wald schon schlafend über sie. Der schmale Weg auf
dem das alte Ehepaar in den Jahrzehnten mit der Sonne schritthielt, weist Spuren von Verelendung auf und macht die
große Einsamkeit der Gegend anschaulich. Aber die Grau in grauen Nebel besitzen sie und haben beide, Himmel und
Erde, mit trister, nässender Seide einander täuschend angegelichen.
Dem späten Auszögling hätten keine es zugetraut, das er dem Gefrierwind des Nordens noch davonkäme.
CS

O Nacht, o Wunder - stilleruhender...
Steht manchmal eine Nacht
nicht tiefer, tiefer im Bedenken,
Gott hätte sie erdacht,
Irdisches mit nochmal Reichtum zu beschenken ?
Geht nicht die Stille gleichsam
wie ein Meer mit seinem stillen Grund (so seichtsam
schleifen sich die Steine darin rund),
mit deinem Gleichgewichte Seele um ?
Wir lenken,
uns`re Sinne unterkühlt
vom alltäglichen Beschränken
was die Seele einsam fühlt.
Will uns nicht scheinen,
dass das Dunkeln sich bemüht,
heraus aus steter loser Schritte über Meilen
Hast - Termine eilen bis ins Gemüt,
uns hinzubitten zu beschauen eine Weile,
ob da in uns durch Ausgedörrtheit Zeiteinteilen
nicht kümmerlich des Herzens Lotuskelch verblüht ?
Ein Bild, dahier an einer Wand,
von Finsterfarben in und um skizziert,
als Rahmen "Kindheit" hast du`s wohl gekannt,
dass erst ein Bild von dir in dir dein Ganzes ziert.
Auch ein Blumenstrauß auf der Kommode,
der deinem Schattenspiegelbild entspringt,
ändert bunthaft sich wie eine Fensterrose
einer Kirche, durch die ein Lichtstrahl sinkt,
und innert dich an Melodien alter Lieder,
blickst du den alten Stern hernieder,
der drunt` in deiner Vase Wasser schwimmt.
Durch diese Fenster, die dir im Rücken
von Kindheit steil nach oben offen sind,
geht manchmal, spürst du`s, ein Entrücken,
belebt des Kerzenscheins Verrücken
der Nacht dezenter Einfallwind,
geht durch dein Herz nicht da ein Weiterrücken,
bevor du schläfrig hin zu deiner Bettstatt sinkst ?
So augenscheinlich ward mir jene Nacht gemacht,
dahier das Bild, der Blumenstrauß, die ganze Pracht ?
Das Fenster fühlt` ich mir im Rücken,
des Kerzleins Flämmchen Sog- und Windverzücken,
dass beides mich, das hin- und wiederlichten,
auf morgen schläfrig warten so Entzücken macht.
O nacht, o Wunder - stilleruhender Verdacht.
CS
Nina
In beständigem Traume,
zu Häupten meiner Sehnsucht
verweilst du.
Ich lächle sobald ich sehe,
dein Antlitz lächelt irgendwoher.
Auch weine ich, ängstige ich mich
und pflücke eine purpurrote Knospe für dich
wie einst - erinnerst du dich ?
Ich blicke mich um und bemerke,
jeder Schritt,
den ich nicht durch das Leben gehe,
geht landeinwärts,
hin zu meiner Sehnsucht
nach dir.
Stündlich zähle ich mehr,
und ich frage mich,
wieviele Schritte
durch das Leben bleiben mir noch
ohne dich.
CS

Über die wenigen Unbescholtenen
Über die wenigen Unbescholtenen haben die Soldaten geschwiegen
Der ihnen den eisernen Befehl gab
Und haben schon einmal ihr Blut auf dem Schlachtfeld vergossen
Dem Zorn geht in Windeseile - dem Fahnenträger dem Vergeltung tief ins
Gesicht geschrieben steht der heimtückische Mord voraus
Aber sie haben die Schuld in ihren Gewehren eingemottet
Denn die Geduld kehrt nur ein langer Winter aus
Den Diplomaten ist die Kriegslist zum täglichen Brot geworden gegen die
Die längst vom Hunger zerfressen sind
Aber werden ihre Pläne in den Rüstungsraffinerien zu Eisen geschmolzen
Darf sie das Volk in beide Hände austragen
In der Stadt reformiert sich der Widerstand
Wer nicht rekrutiert wird den trägt die Friedenstaube ans Ende der Tage
Die Kirchen weisen den unklaren Gedanken von Reue getreu von sich
Die Herren haben an Bedeutung zugewonnen die nach Sachlage mit mittelalterlichem
Verstand virtuelle Räume programmieren
Ihr Zielgebiet ist jedes dritte und millionste Pixel laut Vorgehensweise
Die Generalstabskarten sind da und dort noch von blutunterlaufenen
Stellen unbefleckt und die gestrichelte Linie bewahrheitet es:
Tränen haben den Händedruck abgeschafft
Aber das Leben geht weiter in geordneten Bahnen
Befugnisse werden per Gesetzestext aufgehoben oder überkonzeptioniert
Kompetenzen zentral erfasst - wenn nötig - gegen Risikobereitschaft ausgetauscht
Denn der Kapitalmarkt braucht das Land
Die Freiheit ist begriffsstutzig wenn es um ihre Auslegung geht
An den zweifelhaften Menschenverstand sind die Appelle diskreter geworden
(ein Ausschluß von Öffentlichkeit)
Und die naturbedingt über den gesunden verfügen
Werden weiterhin sich in Lebensgefahr begeben
Die menschengemachte Not in der Welt notdürftig zu lindern
Das Pfandrecht besitzt das Kind
Das arglos vom Sterben bedroht ist
Es hat die Wahl davon Gebrauch zu machen dem der das Schwert hebt
Denn es hat glaubhafte Beweise für die Unschuld
Und während das Militär alle Möglichkeiten überdauert
Welche die allmähliche Heerde Friedliebender befähigen Gnade vor
Recht walten zu lassen
Weist sich der Überbringer weiterer Nachrichten mit bloßem erhobenem
Zeigerfinger aus
Wer soll die Gefängnisse instandhalten außer uns
Wenn nicht das Leben wie befohlen fortgesetzt wird
CS

Die so sagenhaft Umworbene
Die so sagenhaft Umworbene...und trotzdem
mit Grenzen aus Fleisch und Blut - Leibliche,
die den Stürmen widerwachsen ist, so kämpferisch,
so feindselig gegen das Symbol der toten Erde.
In die Gräber gehen die Abgesandten nur zu vernichten,
während das Andere zu Lebzeiten erblühte,
und forthin nahm die Geisel der unterdrückten Spezies
das seinerzeit geborene Kind glückselig in Empfang.
Das sie aufleuchte, die erkühlende Masse der Erde
und nur von der Sonnen- und Mondenumrundung
und der hellen Verwirrung der geistlichen Ordnung,
dem deutlichen Zeichen des nächtlichen Gestirns
ferner nie abgewand, traf uns dies Schicksal.
Aber es kehrt zurück in Keim, Fleisch und Faser.
Ein jegliches, und alles Blut wird vergeblich vergossen,
denn der Erde Nahrung ist die Verderbtheit nicht,
und nie gewesen die Verschwendung der Geburt.
-
Im Gras und im Brunnen, im Dunkeln die Schnecke,
im Dunkeln - unaufhörlich das verwirrende Wort,
das menschengemachte, schwache, lasterhafte, unerhörte,
die Zunge das Joch und die Schnecke vom Geschmeide betropft;
wird der silberhelle Klang, zufällig, der gußeisernen Glocke
eines Tages die Gemische aus Schicksalen einelexieren ?
Die Wolken ergreifend im Vorüberziehn das Ungemeine,
wollen zugesehen werden, nicht aber gegen den Willen
und nicht wie die Winde tosende Stürme entfesselnd;
die Sonne, und unter diesen Bäumen die Landschaft,
variable, immergrüne Vegetation der verborgenen Oase:
Stämme und Verästelungen, Wege, Unterholz
Lichtungen und Verdunkelungen
und die Tentakeln dieser Bäume als Licht - drunten
die bespränkelte, bejahrte, eherne Erde,
Träne und Leidenschaft und Liegenschaft zur Freude
einer dringlichen, Licht und Dunkel durchlässigen Seele.
Das Blut ist geschrieben in den Schmerz - pochendes,
nie stillendes Schmerzblut und die reinigende Seele.
Meine Musik bahnt sich Melodien durch die Nacht
wie durch die Stille: träumerische, unbefangene Ruhe.
Anlehnung an die Metamorphose - die Sinnenglut.
Der Groll und das zuckende nadelweiße Gift des Blitzes -
dieses Unwetter gegen die Erde ist nur eine begrenzte Rache,
während die Ausrede und der Tod, so geschwisterlich sie
einander zugetan sind, niemals ihren Bruderzwist beilegen.
-
Die unbebilderte närrische Nacht. In dieser Nacht
Träumerei einer enttäuschten überseeischen Liebe,
inmitten die Sehnsucht nebelgrauer, verhärterter Morgen.
Das Land, meine Heimat, unter der Brücke das Meer;
an den Tauen, die ich herüber spannte, kein Abrieb.
Obwohl die Feuergabel mit funkenden Zinken,
verließ mich nicht Hoffnung, nicht Mut, nicht zu zerstören.
Im Gefühl ist`s nun wie milde Stillheit des Mondes,
darin nichts ist wie ein Ding, Licht die Schatten relegieren,
hindert die mildeste Periode der Hoffnung...die Liebe
das Ungeratene voll Schmerz am Menschenverzehr.
Dort ist`s wie unter Bäumen im Morgenduft rötende Lichtung;
das die scheue Amsel sich nähert, weist ihre Sanftheit aus;
nun bin ich`s, nun wieder erfüllt von scheuem Vertrauen,
Gleichnis des Vorfalls in des waldesinneren Raum,
das ein freuend Herz erfrischt sich flügelnd erhebe.
Drunten aber geht noch ein schwerer Geist, noch feuertrunken,
noch schlaftrunken; das Laub von der Sonne beglänzt,
hinterließ ich Eindrücke anstelle im Himmel ich flöge
von Vergänglichkeit - trotzdem der Gegenwart irdenen Leib.
Wächter die Zeit; besänftigend die holde Schöpfung;
dass die Tatsache, die Törichte, die Isoliertheit vorgaukelte,
der schwarze Vogel sich vom Druntendasein löste...
ist der Wald noch jäh, noch Zwilling in meiner Brust ?
O neuerliche, seligende, bilderreiche Perspektive
teils im Himmel, teils auf nötigender, kalter Erde.
CS
Leier der roten Rose
Ihre lebendiglose Mine im Staub - das Antlitz
und das Hinwegfegen des abscheulichen Desasters
von gestern - von vorgestern...
Wie lange noch,
wie lange bedauert sie der Baum
von Gezweig, Laub und Wurzel,
von der Rauheit umrindeter, aufschießender Stamm.
So unschuldsvoll die Jahre ihrer Mädchentage,
aber die Wolken verhangen schon während der Geburt -
die Regenfälle. Spinnengleich die Umarmungen
der ruchlosen, verwitterten Stadt.
Die Nächte, die Nacht, die obszönen Feste,
im Laternendisput mit Girlanden die Sichel des Mondes,
wie die Jäger belauern die Waldzungenwildnisse;
die Wildgänse: jagt sie der Hunger, der Schuß ?
wie eine Orchidee lichtgestaltigen, exotischen Dufts,
unter Zentrationen Mimosen in traurigen Gärten,
die ihr Antlitz von so mildem Lächeln beschämte -
War, was die Höfe belebte, so tröstend die Schönheit;
der alten schlanken Gazelle die hübscheste Larve wuchs,
o wuchs...
Und währenddessen in den Dickichten der alten Legende,
welche, die die Entzündete nahen sahen -
schweigen, damit das Volk nicht
am Fleisch sich versündige.
CS

Stimmen
Luft erobert Gewissen;
schwirrende Gedanken absorbiert sie.
Stimmen verglühen in Äther
oder werden im Funkenfeuer
zwischen Satellitenschüsseln zerrieben.
Dass Stimmen atmen - Herzflimmern kriegen,
dass Stimmen farbig sind - staubig,
abgenutzt und manchmal neu;
dass Stimmen lachen können - weinen,
zärtlich
und grausam sein können,
heiter und melancholisch;
dass sie duften können - stinken,
manchmal verzweifeln,
Bedenken wir nicht,
wenn wir schweigen
und du und ich,
wir beide uns nicht
von Angesicht zu Angesicht,
nur mit Blicken,
die zum Himmel gerichtet sind,
unterhalten.
CS

Kein Eigentliches sich verlöre
Nebst hängt noch Herbst- und Winterlaub
am frischen Grün der Blättertriebe,
wie solchem Baum im Frühling schau
ich ihm doch ähnlich im Gemüte.
Wechselt` sich mir solch buntes Kleid
in selben Wachstumszyklen Zeit,
wünscht`´ich, es möge so geschehn,
aus Abgefallnem Dung entstehn.
CS


Wintermelancholie
Wie die letzten anschaulichen Herbste, in den Nächten kühl,
sich den Wintern duldsam neigen, und das selig bange Glücksgefühl,
einher die ersten Niederschläge von ganz Weißem ihn erweichen,
ist es ihm, als ob in einem abgestandnem Raume, plötzlich hell,
wie ein Bruch von Schweigen, alle abgetanen Dinge noch mal scheinen,
so als würden sie, wie Miniaturen auf dem Jahrmarktkarusell,
sich hin und wieder zwar vom Blicke wenden,
fortwährend wiederkehrend starr um eine Achse drehn.
Dies Starre schien, und Drumherum
das buntbewegte Sammelsurium,
als bliebe ihm vom Jetzt nur eine abgetretne Stunde,
sich letztmalig innerhalb der stillen Jahreszeitenrunde,
einen Platz auf dem Rondell für nur noch Kommendes zu reservieren,
damit die Nöte, einmal ausgeschert, in Vergangenheit sich verlieren,
die schon nach der Sommersonnenwende
sich bemerkbar machten, gegen Ende,
nachdem der Herbst die letzten Stürme brachte,
sich sein Kummer wie Papier im Ofen über Glut entfachte.
Und trat nun ein wie ein Willkommener in ein stilles, fremdes Haus.
Vom Freundeskreis umgeben, Bilder stummer Zeugen in Gebeten,
kam aus des Demutskreises Mitte, wie ein Engel ihm entgegen,
der, dem seine Stoßgebete, oftmals unter Tränen, galten,
und aus dem Gewande voller weißer, schmeichelweicher Falten,
kehrten sich zwei Hände, wie Trophäen vor ihm aus.
Und machten ihn mit allen in dem stillen Haus bekannt,
bis, was er als Kind vergaß, sein Vater vor ihm stand.
Da fühlte er, dass Leben Wasser heißt und ein Sein von kleinen Ringen,
die, gegen Ufer schwappend, rückwärts wieder hin zum Ursprung springen.
CS

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